Am vergangenen Wochenende fanden die vom AC Mülheim 1892 ausgerichteten Deutschen Meisterschaften der weiblichen U14 und U17 statt. Rund 500 km musste das aus Sachsen angereiste Team am Freitag zurücklegen, um bei den im nordrhein-westfälischen Köln stattfindenden Titelkämpfen mitringen zu können.
Insgesamt 15 sächsische Sportlerinnen aus beiden Altersklassen nahmen an dem nationalen Saisonhöhepunkt der weiblichen Jugend teil. Begleitet wurden die Mädels unter anderem vom neuen Landestrainer Emil Tonev, der hier unter sächsischer Fahne sein Debüt gab. Neben den Landestrainern Florian Rau und Botond Gulyas, unter dessen Fittichen die Mädels in den letzten Jahren trainiert hatten, unterstützten weitere mitgereiste Vereinstrainer, Sportler sowie Eltern und Geschwister die jungen Ringerinnen.
In der weiblichen U14 schickte der Ringer-Verband Sachsen drei Athletinnen an den Start.
Leja Schüßler von den Eichenkränzen aus Lugau startete im Limit bis 42 kg. Im nordischen Turnier bestritt sie fünf Kämpfe und musste sich lediglich gegen die spätere Erstplatzierte Amelie Flamm aus Südbaden geschlagen geben. Somit durften Leja und ihr Trainer Jan Nagel stolz den Titel der Vizemeisterin und die damit verbunde silberne Medaille mit nach Hause nehmen.
Ebenso aus den Lugauer Reihen griff Freya Wolf in der Gewichtsklasse bis 47 kg ins Wettkampfgeschehen ein. Für die junge Sportlerin war dies die erste Meisterschaft auf nationaler Ebene. Nach drei Kämpfen belegte sie am Ende Platz 10.
Helene Witscher vom FC Erzgebirge Aue ging im Limit bis 58 kg an den Start. Im mit zwölf Ringerinnen besetzten Teilnehmerfeld konnten Helene und ihr Vereinstrainer Björn Schöniger sich nach vier Kämpfen über einen guten 6. Platz freuen.
In der weiblichen U17 sicherten sich die Ringkämpferinnen und ihre Trainer mit drei goldenen, zwei silbernen und einer Bronzemedaille sowie weiteren Platzierungen den 1. Platz in der Länderwertung.
Im leichtesten Limit bis 40 kg errang Paula Haase von den Thalheimer Mattenfüchsen den 4. Platz. Mit drei Siegen und zwei Niederlagen im nordischen Turnier musste sie sich schlussendlich gegen eine punktbessere Emma Hinz aus Hessen geschlagen geben. Eine bittere Pille, da Paula die hessische Ringerin im direkten Vergleich besiegen konnte.
Zwei Klassen höher bis 46 kg holte sich die ebenso für Thalheim startende Ringerin Aliya Leistner den Deutschen Meistertitel. Unter den Augen ihrer großen Schwester Naemi erkämpfte sie sich im nordischen Turnier mit vier Siegen und einer Niederlage die Goldmedaille. Als punktbeste Athletin in der Gewichtsklasse hatte Alyia vor der Zweit- und Drittplatzierten, die genauso vier Siege und eine Niederlage zu Buche stehen hatten, die Nase vorn.
Begleitet vom Werdauer Trainerteam Rene Bölcker und Maik Gasser trat Fiona Gasser im Limit bis 49 kg zur Meisterschaft an. Mit fünf Siegen gegen ein starkes Teilnehmerfeld erkämpfte sie sich verdient die Goldmedaille. Die nervenstarke Sportlerin schickte Gegnerin und Titelfavoritin Josephine Wrensch aus Thüringen mit einem 5:5 Punktsieg bei dem im Poolkampf ausgetragenen Turnier ebenso von der Matte, wie die spätere Zweitplatzierte Maya Wagner aus Nordbaden. Dabei trieb die durchgehend starke Leistung seiner Tochter Vater und Trainer Maik im Verlauf des Turniers nicht nur eine Freudenträne in die Augen. Auch Fionas Bruder Dominik, der in der Woche zuvor in Heidelberg zur Deutschen Meisterschaft der männlichen U14 den Titel ins westerzgebirgische Werdau brachte, platzte vor Stolz, als Fiona am Sonntag das goldene Edelmetall in den Händen hielt.
In derselben Gewichtsklasse stellte sich Janique Wolf ihren Kontrahentinnen. Schon im ersten Kampf musste sich die Lugauerin gegen ihre Teamkameradin Fiona Gasser geschlagen geben. Letztendlich belegte die Ringerin von den Eichenkränzen mit einem Sieg und zwei Niederlagen den 9. Platz.
Gleich 21 Sportlerinnen kämpften in der Gewichtsklasse bis 53 kg um den höchsten nationalen Titel. Der Ringer-Verband Sachsen schickte mit der für den AC Werdau startenden Kimberly Seifert sowie die für den KFC Leipzig angetretenen Ringerinnen Anjali Arndt und Mia Hepting drei Athletinnen an den Start.
Im Verlauf der kräftezehrenden Poolkämpfe besiegten sich die jungen Ringkampfamazonen untereinander gegenseitig, was dazu führte, dass Kimberly nach fünf Kämpfen stolz die Silbermedaille ihr Eigen nennen durfte und Anjali sich nach sechs Kämpfen mit einen undankbarem siebten Platz zufrieden geben musste. Mia schied nach zwei Niederlagen aus dem Turnier aus und belegte am Ende Platz 19.
Im Limit bis 57 kg griffen Xenia Steiert vom RC Chemnitz und Josefine Langhof vom AC Werdau im Kampf um den Titel ins Wettkampfgeschehen ein. Nachdem für beide Sportlerinnen bereits ein Kampf verloren gegangen war, traten die Ringkämpferinnen im direkten Vergleich gegeneinander an. Xenia gelang nach sechs langen Minuten ein Punktsieg gegen die Werdauer Ringerin. Für Josfine endete damit das Turnier mit Platz 9 während Xenia sich am Sonntag den 5. Platz sicherte.
Annalena Pohl ging in der Gewichtsklasse bis 65 kg an den Start. Nachdem sich die Leipziger Ringerin im Poolkampf gegen eine starke Ayla Sahin aus Südbaden geschlagen geben musste, setzte sie sich mit vier Siegen gegen ihre anderen Kontrahentinnen durch und belegte letztlich den 3. Platz.
Mit Melanie Lorenz sicherten sich die sächsischen Ringerinnen in der nächsthöheren Gewichtsklasse bis 69 kg eine weitere Goldmedaille im Turnierverlauf. Die Kaderathletin vom WSG Zauckerode gewann all ihre Kämpfe und stand am Sonntag nicht zum ersten Mal verdient auf dem obersten Treppchen.
Auch die unter dem Wappen des KFC Leipzig startende Annalena Landgraf stand nach zwei vorzeitigen Siegen im Limit bis 73 kg im letzten Kampf der Deutschen Meisterschaft im Finale um das begehrte Edelmetall. Dort musste sich die aus dem Erzgebirge stammende Sportlerin einer international erfahrenen Lotta Englich stellen, gegen die zu dem Zeitpunkt noch kein Kraut gewachsen war. Vereinstrainer Denis Degen konnte dennoch stolz auf die Leistung seines Schützlings sein. Schließlich hatte die Vizemeisterin in der weiblichen U17 nach langer verletzungsbedingter Pause den ersten Wettkampf in dem Rahmen bestritten.
Die ein oder andere Sportlerin hatte sich selbst sicherlich ein besseres Ergebnis erhofft. Dennoch ist das Meisterschaftswochenende für das sächsische Team durchaus erfolgreich gewesen. „Ich möchte mich bei euch allen bedanken – allen Sportlerinnen, allen Trainern und allen Begleitern – die diese DM wieder einmal zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen. Es ist mir eine Freude gewesen euch unterstützen zu dürfen.“, so Delegationsleiterin & Frauenreferentin Silke Schneider.

