Klippan Lady Open 2026 – Starker internationaler Auftritt in Südschweden 

Die diesjährigen Klippan Lady Open 2026 sind Geschichte. Wie fast schon traditionell reiste eine sächsische U17- und Frauen-Delegation gemeinsam mit den beiden Landestrainern Emil Tonev und Florian Rau zum hochkarätigen internationalen Turnier nach Südschweden. Das Turnier gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Gradmesser im internationalen Frauenringen und brachte auch diesmal ein außergewöhnlich starkes Teilnehmerfeld zusammen.

Den Auftakt machten am Freitag nach einer langen Nachtanreise unsere vier U17-Athletinnen Aliya Leistner (RV Thalheim), Leni Heinicke (KFC Leipzig), Josie Bachmann (AC Werdau) und Josefine Langhof (AC Werdau). Besonders verheißungsvoll begann das Turnier für Leni Heinicke in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm. Mit drei Siegen aus drei Kämpfen startete sie souverän in den Wettkampf und unterstrich ihr Potenzial. Im weiteren Turnierverlauf musste sie sich jedoch zwei Gegnerinnen jeweils äußerst knapp geschlagen geben, sodass am Ende der fünfte Platz blieb. Angesichts der starken internationalen Konkurrenz war dies dennoch eine respektable Leistung. Mit etwas mehr Konstanz und Durchschlagskraft wären durchaus weitere Siege oder sogar Medaillen im Bereich des Möglichen gewesen. Genau dafür sind Turniere dieses Formats da: um Entwicklungspotenziale aufzuzeigen und auf höchstem Niveau Erfahrungen zu sammeln.

Für die beiden Werdauer Athletinnen Josie Bachmann und Josefine Langhof zeigte sich deutlich, dass der Abstand zur internationalen Spitze derzeit noch groß ist. Dennoch sind gerade diese Einsätze enorm wertvoll. Internationale Härte, Tempo und taktische Variabilität lassen sich nur im direkten Vergleich mit der Weltklasse erlernen. Die Trauben hängen hoch – aber genau das ist der Maßstab für die weitere Arbeit im Training.

Am Samstag startete das Frauenturnier mit Athletinnen aus 17 Nationen, darunter Vertreterinnen aus den USA, Schweden, Deutschland, Kanada, Australien, Dänemark, Finnland, Portugal, Japan, Lettland, Kirgisistan, Norwegen, den Niederlanden, Polen, der Schweiz, Taiwan und Tschechien. Das Leistungsniveau war entsprechend hoch, zumal sich auch Olympia-, Welt- und Europameisterschaftsmedaillengewinnerinnen im Feld befanden.

Besonders erfreulich war, dass sich unsere drei Leipziger Athletinnen vom KFC mit Bronzemedaillen belohnen konnten. Anastasia Blayvas zeigte in der Klasse bis 55 Kilogramm eine starke Leistung. Nach einem klaren Auftaktsieg gegen Anja Epp aus der Schweiz musste sie sich im Halbfinale der Olympiasiegerin der Olympische Sommerspiele 2020, Mayu Mukaida (Shidochi) aus Japan, geschlagen geben. Ihre polnische Gegnerin verletzte sich im weiteren Turnierverlauf, sodass Anastasia kampflos die Bronzemedaille zugesprochen bekam. Dennoch bleibt der Auftritt gegen absolute Weltklasse ein starkes Ausrufezeichen.

Auch Annalena Pohl überzeugte in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm. Bereits im ersten Kampf besiegte sie mit Elma Zeidlere aus Lettland eine erfahrene U23-Europameisterschaftsmedaillengewinnerin nach Punkten. Im Kampf um Bronze setzte sie sich mit 6:5 gegen die Schwedin Saga Svensson durch, die 2025 U20-EM-Bronze gewann. Dieser Erfolg unterstreicht ihre Entwicklung im Frauenbereich eindrucksvoll.

Fiona Gasser vom AC Werdau startete in der Klasse bis 53 Kilogramm mit einem klaren Schultersieg gegen Litauen. Im weiteren Turnierverlauf traf sie auf die U23-Vizeweltmeisterin Serena Di Benedetto aus Kanada. Trotz starker kämpferischer Leistung musste sie sich im Halbfinale 2:8 nach Punkten geschlagen geben. Auch hier zeigte sich jedoch, dass sie in der Lage ist, auf internationalem Spitzenniveau mitzuhalten.

Eine besonders starke Entwicklung zeigte Luna Rothenberger vom RC Chemnitz in ihrer neuen Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm. Sie trat selbstbewusst auf und besiegte unter anderem die erfahrene Kanadierin Samantha Stewart, Weltmeisterschaftsbronze-Gewinnerin von 2021. Erst im Kampf um Bronze musste sie sich Laurence Beauregard geschlagen geben, die 2025 WM-Bronze gewann. Der fünfte Platz ist angesichts dieser Gegnerinnen ein starkes Resultat und ein klares Signal ihrer Leistungsfähigkeit.

Naemi Leistner zeigte in der Gewichtsklasse bis 62 Kilogramm ebenfalls starke Ansätze. Nach einem überzeugenden Auftaktkampf gegen die Dänin Frida Christiansen traf sie im Halbfinale auf die aktuelle Vize-Europameisterin der Frauen 2025 aus Schweden, Johanna Lindborg. In einer Aktion an der Zone geriet sie in Rücklage und fand sich auf den Schultern wieder. Dabei verspürte sie ein kurzes Zwicken in der Schulter. Mit Blick auf die anstehenden U23-Europameisterschaften entschied man sich vorsorglich, auf den weiteren Einsatz im Kampf um Bronze zu verzichten.

Insgesamt konnten alle Athletinnen wichtige internationale Erfahrungen sammeln, die sie sportlich weiterbringen werden. Nicht immer ist eine Goldmedaille der alleinige Maßstab für Entwicklung. Vielmehr zeigen sich Fortschritte in technischen Details, taktischem Verhalten und mentaler Stabilität. Direkt im Anschluss an das Turnier blieb eine Delegation aus U20- und Frauenathletinnen im internationalen Trainingslager mit den Top-Nationen USA, Japan und Kanada. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur internationalen Spitze.

Die kompletten Wettkampfergebnisse sind dem offiziellen Turnier-Link zu entnehmen: >>> Ergebnisse

—> Einzelergebnisse

Senioren

Gasser, Fiona – AC Werdau | 53 Kg – 5. Platz
Blayvas, Anastasia – KFC Leipzig | 55 Kg – 3. Platz
Krupna, Katharina – KFC Leipzig | 55 Kg – 3. Platz 
Rothenberger, Luna – RC Chemnitz | 57 Kg – 5. Platz 
Arndt, Anjali – KFC Leipzig | 57 Kg ausgeschieden 
González, Ella Lina – KFC Leipzig | 59 Kg ausgeschieden
Leistner, Naemi – RV Thalheim | 62 Kg – 5. Platz 
Pohl, Annalena – KFC Leipzig | 65 Kg – 3. Platz
Barth, Gerda – FCE Aue | 68 Kg ausgeschieden 
Lorenz, Melanie – FCE Aue | 72 Kg – 4. Platz

U17

Leistner, Aliya – RV Thalheim | 53 Kg ausgeschieden 
Heinicke, Leni – KFC Leipzig | 57 Kg 5. Platz 
Bachmann, Josie – AC Werdau | 57 Kg ausgeschieden 
Langhof, Josefine – AC Werdau | 61 Kg ausgeschieden

Herzlichen Glückwunsch an alle Athletinnen! 

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