Bewegender Abschied von Horst Hinze

Man muss der Familie von Horst Hinze und den Verantwortlichen des AC Werdau ein riesengroßes Kompliment machen: Sie haben ihrem familiären und sportlichen Vorbild Horst, dem Ehrenbürger der Stadt Werdau, dem vom Landessportbund Sachsen für sein Lebenswerk geehrten Sportfreund und vom Ringer-Verband Sachsen mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichneten Trainer, Kampfrichter und Sportfunktionär eine bewegende Trauerfeier bereitet.

„Nein, so eine Trauerfeier habe auch ich in meinen 25 Jahren noch nicht erlebt“, sagte mitten in seiner bemerkenswerten Gedenkansprache Trauerredner Gert Brylla. Er würdigte in sehr ausführlicher und eindrucksvoller Art und Weise das Lebenswerk von Horst Hinze, unterbrochen und ergänzt durch persönliche Erinnerungen von Nationalmannschaftsringerin Anne Nürnberger an ihren ersten Trainer. Sie trat im Nationalmannschaftsanzug und – bedingt durch ihre bei der Europameisterschaft erlittene Verletzung – mit Krücken vor die Trauergäste und brachte die Anwesenden in der proppenvollen Werdauer Trauerhalle gleichermaßen zum Weinen, zum Schmunzeln und zum Applaus. Ebenfalls ungewöhnlich, Sohn Jörn hatte auf der Urne zwei Ringer im Wettkampf anbringen lassen und dann wurde noch das Ringerlied gesungen, „ein persönlicher Wunsch meines Vaters“, so Jörn – mehr ging nicht!

Im Anschluss an die Urnenbeisetzung hatten Familie und Verein noch zum Trauerkaffee in die Schwerathletikhalle in der Kranzbergstraße eingeladen, die es wohl ohne Horst Hinzes Wirken auch nicht gäbe. Natürlich wurde die Zusammenkunft genutzt, um sich Anekdoten zu erzählen und irgendwie war es dann doch ein großes Wiedersehen unter Ringerfreunden, das war sicher im Sinne von Horst.

Vielen Dank, lieber Horst, für das, was du dem Ringkampfsport in Sachsen über Jahrzehnte gegeben hast!     

Text: Dr. Joachim Kühn
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